7. Januar 2020 granturbo

Turborial 02

Wie sieht ein gutes Videobriefing aus?

Lesezeit: 5 Minuten

Wie gebe ich ein gutes Briefing für eine Videoproduktion?

Kurz und knapp gesagt, muss man dafür ein paar Fragen beantworten können, die den Rahmen für die Planung, die Umsetzung und die Finalisierung des Films vorgeben

DAS TIMING

Als erstes stecken wir den zeitlichen Rahmen ab.

Hier klärt man alle wichtigen Termine die den Entstehungsprozess des Filmes betreffen.

 

Die typischen Fragen, die man dafür stellen sollte sind also:

  • Wann kann begonnen werden?
    In der Regel gehen wir von einem sofortigen oder relativ zeitnahen Start aus. Außer der Dreh ist sehr komplex oder im Ausland. Dann ist eine längere Vorbereitungsphase notwendig.
  • Gibt es bereits festgelegte Drehtermine?
    Meistens ergeben sich diese Punkte erst im Laufe der Produktion. Aber bei Events oder anderen Veranstaltungen gibt es oft fixe Präsentationen oder Interviewslots. Die man keinesfalls versäumen darf.
  • Bis wann ist ein Angebot abzugeben und was muss das Angebot beinhalten?
    Die Inhalte können ganz unterschiedliche Anforderungen haben. Am Üblichsten sind ein grobes Konzept und der Kostenvoranschlag.
  • Und zum Schluss die wichtigste Frage: Wann muss der finale Film vorliegen?
    Dies bestimmt die komplette Planung des Films. Je nach zeitlichen Rahmen muss man die Stärke des Teams und andere Ressourcen kalkulieren.

DAS BUDGET

Als nächstes reden wir über Geld, denn das ist essentiell.

Die Masterfrage für das Briefing ist somit:

  • Wie hoch ist das Budget oder der budgetäre Rahmen?

Es macht natürlich einen riesen Unterschied, ob man 20.000 oder 200.000 Euro für die Umsetzung des Films zur Verfügung hat.

An dieser Stelle ist es wichtig, die Erwartungen an den Film abzustimmen. Passen die Erwartungen und das Budget nicht zusammen, wird es kompliziert.

DIE IDEE

Hat man jetzt den zeitlichen und den budgetären Rahmen geklärt, geht es an die Inhalte. Dieser Teil umfasst sehr viele verschiedenen Elemente, die zusammen die Basis für das spätere Konzept bilden.

Deshalb müssen folgende Punkte im Briefing besprochen werden.

  • Wie heißt der Film oder das Projekt und um welche Filmart handelt es sich?
    Logischerweise muss man wissen wie man das Projekt oder den Film denn eigentlich nennen soll und außerdem muss man klären welchen Einsatzzweck der Film hat. Soll man z.B. ein Werbe-, Image- oder Erklärfilm drehen.
  • Wird ein konkretes Produkt beworben und welche Besonderheiten hat es, die herausgestellt werden sollen?
    Im Endeffekt braucht man sämtliche Informationen über das Produkt und natürlich auch der herausragenden Leistungsmerkmale oder Alleinstellungsmerkmale des Produkts, um sie später ins Konzept einzubauen.

Doch das ist noch nicht alles. Darüber hinaus muss unbedingt folgende Frage geklärt werden:

  • Was ist die Kernaussage, das zentrale Versprechen des Films?

Das ist das Wichtigste von allem und an einem ganz einfachen Beispiel zu erklären. Soll die Kernaussage sein: „Unser Produkt ist super.“ Dann ist diese auch genauso im Film zu transportieren. Kommt beim Zuschauer am Ende etwas an wie: „Der Darsteller hat eine schöne Wohnung.“ Ist das eine klassische Themaverfehlung. Deshalb muss grundsätzlich geklärt werden, welche Inhalte zwingend im Film vorkommen müssen.

Außerdem braucht man Hintergrundinformationen, die das Gesamtbild abrunden, aber nicht unbedingt im Film vorkommen müssen. Diese Infos helfen uns bei der Konzeption.

Und schließlich muss besprochen werden, ob es Fakten gibt die keinesfalls im Film vorkommen oder erwähnt werden sollen.

Die nächste Frage die geklärt werden muss ist:

  • An wen ist der Film gerichtet, beziehungsweise wer ist die Zielgruppe?

“Alle” gilt nicht! Jeder Film hat seine Zielgruppe. Macht man einen Spot über Lichtschwerter, dann ist die Zielgruppe die der Lichtschwertenthusiasten. Dreht man ein Portrait über Alfons Schubeck, dann fühlen sich die Ingwerfetischisten angesprochen.

Der Alles-in-allem-Film macht keinen Sinn. Die Aussagen werden verwässert und die Botschaften kommen einfach nicht mehr an.

  • Schließlich muss man sich noch darüber klar werden wer vor der Kamera steht.

Sollen das Schauspieler, Modells, Statisten oder Unternehmensmitarbeiter sein? Alles ist möglich. Nur was macht Sinn?

Hier ein paar Beispiele: Will man eine Filmszene wie im Kino drehen, dann sind ausgebildete Schauspieler die richtige Besetzung. Will man aber zum Beispiel eine authentische Situation in einem Unternehmen darstellen, dann ist ein Unternehmensmitarbeiter, der das Unternehmen kennt, genau die richtige Wahl.

WEITERE FAKTOREN

Wenn man den inhaltlichen Faktoren besprochen hat, dann sollte man im Rahmen des Briefings unbedingt noch ein paar planerische Dinge klären, die sich gewaltig auf die Umsetzung auswirken können.

Folgende Dinge sind unbedingt zu besprechen:

  • Sind das Projekt oder das Produkt geheim?
  • Sämtliche Crewmitglieder müssen dann eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben und in gegebenen Fall muss spezielles Sicherheitspersonal für die Wahrung der Geheimhaltung oder zur Absperrung des Drehortes engagiert werden. Und das ist natürlich sehr aufwendig.
  • Wichtig ist auch die Entscheidung, wo gedreht werden soll: im Studio oder On Location?

Dreht man im Studio so schaltet man alle Umweltfaktoren, die den Dreh beeinflussen können, aus. Das vereinfacht vieles. Ist jedoch eine bestimmte Landschaft wichtig, dann ist es klar, dass man dann wohl On Location dreht.

Dreht man On Location, dann stellt sich automatisch diese Frage:

  • Ist der Dreh wetterabhängig?

Man sollte immer damit rechnen, dass einem der Wettergott nicht gewogen ist. Deshalb ist es ratsam Ausweichtage einzukalkulieren.

Was uns gleich zur nächsten Frage führt.

  • Sind Reisen und somit Reisetage nötig?

Reisetage erhöhen natürlich die Produktionszeit. Abgesehen davon ist es oft auch wichtig, dass Reservierungen, Buchungen oder Visa lang vor dem eigentlichen Dreh angefragt werden, da die bürokratischen Mühlen zum Teil sehr langsam mahlen.

DIE FORMALITÄTEN

Sind die planerischen Dinge besprochen, dann sind noch die technischen und formellen Faktoren zu besprechen.

  • Also welche Länge soll der Film haben?

Meist ist das ein grober Anhaltspunkt und für die Zuschauer nicht mehr wirklich ausschlaggebend. Die ursprüngliche Meinung, dass ein 10 Minuten Video nicht angeschaut wird, stimmt so nicht. Er muss nur entsprechend unterhaltsam sein.

Durch den Einsatz in verschiedenen Medien kann die Länge des Filmes außerdem variieren. Zum Beispiel gibt es dann einen Hauptfilm oder Spot mit einer Länge von 90 Sekunden. Von diesem Hauptspot gibt es dann kürzere Varianten mit z.B. 60, 30 oder 15 Sekunden Länge für weitere Einsatzzwecke.

Aus kalkulatorischer Sicht ist die Länge für Animationsfilme wichtig. Denn hier macht sich jede Sekunde im Budget bemerkbar.

  • Ist die Einbindung von 2D- oder 3D-Grafik gewünscht? Wenn ja, in welcher Form?

Diese Frage zieht meist ein zusätzliches Briefing mit sich, in dem das Look and Feel des Filmes besprochen wird. Außerdem muss in diesem Zusammenhang unbedingt über die Einbindung einer vorgefertigten CI gesprochen werden.

Was wiederum wichtig ist, damit sich der Film gut in die allgemeine Unternehmenskommunikation einfügt.

  • Ist ein Sprecher gewünscht?

Wenn ja, dann ergeben sich daraus viele weitere Fragen. Zum Beispiel welchem Typ soll die Stimme entsprechen? Welches Sprechalter, welche Tonalität, welches Geschlecht soll die Sprechstimme haben?

  • Hat man einen geeigneten Sprecher gefunden, dann sollte man sich auch darüber Gedanken machen in welcher Sprache, bzw. in welchen Sprachen soll der Film umgesetzt werden?

Bei internationalen Produktionen ist es ratsam entsprechende Sprachversionen in der Landessprache der einzelnen Länder zu erstellen in denen der Film eingesetzt wird.

  • Auch ist es wichtig zu klären auf welchen Kanälen der Film laufen wird..

Da kommen wir natürlich ziemlich schnell auf das Thema Social Media zu sprechen. Hier gibt es eine große Vielfalt an Formaten und Längen, die man bereits in der Planung berücksichtigen sollte, damit man auch spezielle Bildausschnitte oder Formate bei der Umsetzung berücksichtigt. Auch konzeptionell kann das von Bedeutung sein.

  • Neben den verschiedenen Einsatzbereichen ist auch die Länge des Einsatzes von großem Interesse.

Das ist vor allem Bezüglich der Verwertungsrechte und Buyouts für Schauspieler, Models und Sprecher wichtig.

Schließlich gilt es noch eine letzte Sache zu klären.

  • Welche technischen Spezifikationen soll der Film haben?

Hier geht es bild- und tontechnisch um die Auflösung und die Codierung des Films. Sollen die ausgelieferten Master zum Beispiel hochauflösendes 4K für den Kinoeinsatz sein oder ein HD MP4 für YouTube? Auch das kann sich noch mal auf die Planung und die Umsetzung des Films auswirken.

DIE  ZUSAMMENFASSUNG

Und das war’s auch schon! Unser Fragenkatalog hat natürlich keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Manche der Fragen sind für bestimmte Filme auch irrelevant, dafür müssen andere Fragen viel genauer besprochen werden.

Aber Ihr habt bestimmt gemerkt, dass es sich auf alle Fälle lohnt, wenn man sich bereits im Vorfeld des Briefings über viele Dinge Gedanken macht. Denn dann kann man im Briefing bereits über viele Punkte sprechen, die erst auf den zweiten Blick relevant wirken, die aber für die Planung und Umsetzung des Films essentiell sind. Und dadurch wiederum lässt sich am Ende des Tages eine ganze Menge Zeit und Geld sparen.

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