1. Januar 2020 granturbo

Turborial 01

Wieviel kostet ein Video?

Lesezeit: 4 Minuten

Oder: Warum so es schwierig ist einen pauschalen Preis zu nennen.

Gleich vorweg: Eine Videoproduktion ist immer individuell und somit auch der Preis. So wie man beim Autokauf das Auto und die Ausstattung den eigenen Bedürfnissen entsprechend auswählt, funktioniert das auch in der Videoproduktion. Also was für einen Film möchte ich haben, was soll alles rein und was genau soll der Film können?

Die Frage des Preises ist also immer vom konkreten Aufwand des Projekts abhängig und kann deshalb nie pauschal beantwortet werden.

Tatsächlich sind die Kosten von vielen Faktoren abhängig. Viele dieser Faktoren können durch ein ausführliches Briefing abgeklärt werden. Darüber machen wir auch noch einen Film.

Zu allererst sind die Idee und der qualitative Anspruch ausschlaggebend. Möchte ich eine simple Youtube-Anmutung, also ‚quick and dirty‘ oder doch lieber ein bisschen mehr im Stile von Netflix?

Beispiel Interview: Möchte ich ein Interview in dem jemand einfach eine Info in die Kamera sagt oder möchte ich ein Interview, dass die Firma nach außen hin perfekt repräsentiert? Ersteres könnte man schon mit einem Smartphone und einem guten Mikrofon umsetzen. Letzteres muss ganz anders in Szene gesetzt werden. Mit entsprechendem Konzept, Licht und einer passenden Kameraführung.

6 Kostenfaktoren

Insgesamt können wir grob sechs Kostengruppen zusammenfassen.

Die erste Kostengruppe ist das Konzept beziehungsweise die Idee. Das gibt schon sehr viel vor und da geht es erstmal um grundlegende Fragen. Ein Interview, ein Event-Film oder ein Imagefilm sind vollkommen unterschiedliche Filmarten, die mal mehr, mal weniger aufwendig sind.
Die nächste Stufe ist dann, sich Gedanken über die Story zu machen und die entsprechende Umsetzung.

Der zweite große Posten sind die Menschen vor der Kamera. Also Schauspieler, Darsteller, Komparsen und Sprecher, auch wenn die eher vorm Mikrofon stehen. Hier ist natürlich wieder das Konzept ausschlaggebend. Es sind verschiedenste Gagen möglich und je nach Einsatz des Films auch verschiedene Rechteabtretungen also sogenannte Buy-Outs.

Der dritte Kostenfaktor sind die Menschen hinter der Kamera. Also alle, die etwas zu einer gelungenen Produktion beitragen. Hier kommt auch der Faktor Zeit ins Spiel. Hat man beispielsweise wenig Drehzeit, muss man das durch ein größeres Team kompensieren. Hier besteht die besondere Aufgabe darin, dass das Team genau so groß ist wie man es braucht.

Wo wir auch ganz schnell beim vierten Punkt wären: Der Technik während des Drehs. Welche Kamera? Wieviel Licht? Dolly? Gimbal? Stative? Ton? Welches Mikrofon? Zweite Kamera? Slider? Die Frage ist auch: Wieviel Leute brauche ich, die das bedienen können? Und wieviel Zeit brauche ich, um alles einsetzen zu können?

Filme machen ist auch immer ein technischer Vorgang. Und wir können uns glücklich schätzen, welche vielfältigen technischen Möglichkeiten wir heutzutage zur Verfügung haben. Da ist für jedes Budget was dabei.

Der fünfte Kostenfaktor ist die Technik während des Schnitts: Damit ist zum einen Technik „zum Anfassen“ gemeint, also Schnitträume, Backup-Lösungen, Rechner und alles drumherum. Aber auch angewandte Technik um den Film auf das nächste Level zu heben. Das sind Tonmischungen, Farbkorrekturen und das gezielte Bearbeiten einzelner Einstellungen, also das Compositing oder die Retusche.

In der sechsten Gruppe gibt es dann noch einige Posten, die so nebenbei entstehen, die man aber keinesfalls vergessen darf. Das sind Dinge wie Musiklizenzen, Reisekosten, Stockfootage, dass eingekauft werden muss, Kuriere, Transporter, Studiokosten oder Locationmiete, Drehgenehmigungen, Reisetage, Versicherungen oder einfach nur eine gesicherte Archivierung des Projekts, um auch noch Jahre später auf das gedrehte Material zurück greifen zu können. Aber auch kurzfristige Backup-Lösungen während der Produktion. Wer will schon, dass das  Rohmaterial im digitalen Nirwana verschwindet und schlimmstenfalls ein Dreh wiederholt werden muss.

Es sind also eine ganze Menge an Stellschrauben, die man einstellen muss. Natürlich ist der kalkulatorische Aufwand bei einem Interview überschaubarer als bei einem Imagefilm, aber grundsätzlich gibt es auch hier ähnlich viele Faktoren zu berücksichtigen.

Um einschätzen zu können, welcher Aufwand für die entsprechende Produktion Sinn machen könnte, hilft Erfahrung und die richtigen Fragen.

Und diese grundlegenden Fragen gehen wir jetzt mal kurz durch.

1. Was soll der Film können?

Soll er verkaufen, soll er informieren oder soll er beides? Geht es um darum, das große Ganze zu zeigen oder geht es um einzelne Details? Oder soll Aufmerksamkeit erweckt werden? Sollen Neukunden generiert oder bereits bestehende Kunden noch stärker von der Marke oder dem Produkt überzeugt werden?

2. Wem soll der Film gefallen?

Wer schaut sich den Film an? Bzw. wer soll ihn sich anschauen? Und wo könnte er gezeigt werden?
Zum Beispiel funktioniert eine Youtube-Werbung anders als eine klassische TV-Werbung, was damit zu tun hat, dass man bei Youtube die Werbung nach fünf Sekunden wegklicken kann.

3. Wie soll der Film aussehen?

Was ist mein Anspruch an die Qualität? Will ich was einfaches, etwas das dem aktuellen Standard entspricht oder doch richtig gute Premium-Qualität?

4. Wieviel Budget habe ich?

Das ist für’s Erste das letzte Puzzleteil.

Diese vier Fragen sind unmittelbar miteinander verbunden. Klar, wenn ich Premium-Qualität haben möchte, muss ich das Budget entsprechend höher ansetzen und habe ganz andere Erwartungen an die „Fähgkeiten“ des Films und somit auch an den „Return on Invest“ also der Frage: Rentiert sich das überhaupt?

Wer in einem Erstgespräch mit einer Filmproduktion diese Fragen beantworten kann ist einer realistischen Preiseinschätzung auf jeden Fall schon sehr nah.

Wie kann man kosteneffizient produzieren?

Am wichtigsten ist sicherlich, dass man sich darüber im Klaren ist, was man will und das gut kommuniziert. Wer die vorgestellten vier Fragen möglichst genau beantworten kann vermeidet Missverständnisse.

Eine super Idee ist auch, für mehrere Kanäle zu denken. Also Social Media, Messen, Homepage, TV, usw. Idealerweise gibt es für jeden Kanal eine eigene Filmversion.

Es hilft auch die Drehtage möglich vielseitig und effizient zu planen und vielleicht sogar etwas zu drehen, dass sich für einen anderen Film eignet. Denn die Zeiten, in denen man einen Film alle 10 Jahre gemacht hat, sind definitiv vorbei. Das Spektrum ist viel breiter geworden und somit auch die Anforderungen an die Produktion an sich.

Unsere Sammlung hat natürlich keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit und wir haben versucht es einfach zu halten. Das Thema ist einfach zu komplex. Aber ich glaube wir haben euch mal einen Überblick darüber verschaffen können, an welchen Stellen Kosten entstehen und worauf man achten sollte.

Also wieviel kostet nun ein Video?

Da hilft am besten eine individuelle Beratung. Wir wären bereit! Natürlich kostenlos und völlig unverbindlich.

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